Interessant. Würde man das in der Realität auch so machen? Bei Bussen mit der Option den Retarder auch auszuschalten würde ich ihn bei Glätte einfach abschalten und ansonsten die Fahrweise anpassen. Beim D92 geht das natürlich nicht.
Ist so ziemlich das verkehrteste, was man machen kann, auf Glätte oder rutschigem Untergrund auskuppeln / den Gang rausnehmen. Es ist doch klar, dass wenn ich das Getriebe vom Motor trenne, auf die Räder weder Schieb-, Schub-, noch Schleppkräfte einwirken können - Stichworte "mit dem Gang gegenbremsen im Gefälle", "Motorbremse"! Auf glatten Straßen verhält sich das ganz ähnlich.
Bei Bussen mit Schaltgetriebe wird beim bremsen in den nächstkleineren Gang geschaltet - und dieser eingekuppelt, weil der Motor selbst (gerade aus hohen Drehzahlen) das Getriebe = das Fahrzeug bremst, sobald schlicht eingekuppelt wird, ohne Leistung abzufragen / ohne Gas zu geben. Das unabhängig von der Dauerbremse (z.B Retarder), einfach weil das Fahrzeug so besser kontrollierbar, berechenbar und bremsbar ist.
Schwieriger ist das mit Automaten. Dort kann man nicht einfach einen größeren Gang wählen, geschweige denn, das hochschalten verhindern - denn wenn das Fahrzeug einen Hang hinabfährt, und man logischerweise kein Gas gibt, schaltet das Fahrzeug hoch - und jede Motorbremsleistung geht flöten. Getriebe, die bei Gaswegnahme von selbst voll trennen, verzichten somit sogar ganz auf Motorschleppkräfte. Kommt dem gleich, als würde man bergab mit getretener Kupplung runterollen. Nur die Fußbremse zum abbremsen zu nutzen ist unsinnig - diese erhitzt sich immer weiter, und gerade bei Trommelbremsen tritt so schnell der Effekt vom "Brems-Fading" ein - die Bremse verliert, obwohl immer weiter getreten wird, an Bremsleistung. Hochgefährlich. Darum verfügen alle schweren Fahrzeuge über eine (verschleißfreie) Dauerbremse, bespielsweise den Intarder, oder den Retarder, oder Wirbelstrombremsen.
Zusätzlich, um zum Punkt zu kommen, ist es ratsam, wenn das Getriebeschaltpanel über einzelne Schaltstufen verfügt (also; neben dem D auch über 1, 2, 3), über diese anwählbaren Schaltstufen den Automaten abzubremsen. Wenn ich beispielsweise bei einer Talfahrt abrolle, kann ich Schaltstufe 2 einlegen. Somit zwinge ich das Automatikgetriebe, maximal bis in die 2te Fahrtstufe zu schalten, und anstatt ewig auf der immer stärker beanspruchten Bremse zu stehen, kann ich so leicht auf dem Gaspedal stehen, und mit hoher Drehzahl kontrolliert den Hang hinabrollen - und das völlig kontrolliert, weil ich Kraft auf die Räder gebe, anstatt diese versuche, abzubremsen. Der Effekt ist der selbe - das Fahrzeug fährt mit konstanter Geschwindigkeit den Hang ab.
Bei Glätte ist es ähnlich, nur mit anderem Prinzip: Beim D92 schalte ich zum Anfahren das ASR ab - es ist leichter und fahrgastfreundlicher, mit leicht schlupfenden (durchrutschenden Rädern) anzufahren, als über das ASR den Bus immerwieder abruckeln zu lassen, weil ich zuviel Gas gebe. Leichter Schlupf ist sogar erwünscht.
Um langsam und kontrolliert zu bremsen, schalte ich eine Fahrstufe tiefer ( bspw. 2, im Stadtverkehr), und kann somit komfortabel die Motorbremse nutzen, um den Bus zu verlangsamen, ohne überhaupt auf die Bremse steigen zu müssen. Um die Bremse selbst genauer und präziser nutzen zu können, kann man den Retarder abschalten, und so rein pneumatisch bremsen, und in Kurven beim Bremsen immer die höhere Bremsleistung auf die Vorderräder haben (der Retarder wirkt nur auf die Antriebsachse - also die Hinterachse. Wenn diese zuerst bremst, bricht auf Glätte das Heck aus!), um den Bus stabil und kontrolliert zu halten. Den Retarder sollte man, wenn möglich, generell bei Glätte abschalten. Aber den Gang rausnehmen, oder gar die Elektrik abzuschalten, ist das verkehrteste, was man machen kann.
Da man beim D92 weder den Retarder abschalten, noch die Fahrstufe runterschalten kann, empfiehlt sich hier das "rollen" - so sachte mit dem Gas arbeiten, wie man mit der Bremse arbeitet.
Meiner Meinung macht es aber deutlich mehr Spaß, da lieber einen SD85 kontrolliert an der Haltestelle losschlittern zu lassen, um ihn dann gekonnt mit Fahrstufenbremsen ohne blockierende Räder durch zu starke Bremserei an die nächste rangleiten zu lassen.
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